Was uns im Winter zu gefährlich wurde, war jetzt im Herbst eine sehr lockere Tageswanderung. Der Thaneller hat bekanntlich 2 Zustiege: Einer geht von Reutte über den Werner Riezler Steig steil hinauf und ist eine alpinere Tour mit leichten Klettereien. Doch die einfache Variante führt von Süden in Bergwang aus über einen normalen Wanderweg. Hier geht man gemütlich vom Auto ein Stück weit die Skipiste hinauf und sucht dann oberhalb der Grashänge (nicht der Forststraße folgen!) den schmalen Wanderpfad.
Dieser führt nun oberhalb des Grashangs in den Wald hinein. Über etliche Spitzkehren steigt man nun gute 500hm durch den Wald auf und kann immer wieder intressante Ausblicke erhaschen. Technisch ist der Weg unproblematisch. Nach einer Stunde ca. ist man oberhalb der Baumgrenze und wandert zwischen den Latschenkiefern, wo sich gerne auch die Hitze staut. Aber nur kurz, denn bald ist man auf dem kahleren Bergrücken angelangt und sieht schon den restlichen Verlauf der Bergtour.
Über den Buckel-Grat des Berges geht es jetzt noch einige Höhenmeter auf das Gipfelkreuz zu. Hier kann es dann schon etwas schwieriger werden: Etwas rutschiger Schotter, steilere erdige Gehpassagen und ein insgesamt schmaler Weg. Viele Leute waren noch am Zustieg, der jetzt langsam die Höhenmeter spüren lässt. Am Gipfel war es dann so voll wie im Freibad: Überall sonnten sich Leute auf der Wiese. Wir taten es ihnen gleich und machten uns einen Kaffe und Brotzeit und tankten Energie.
Der Ausblick ist phänomenal! Man sieht den Plansee, und all dessen Ammergauer Berge: Upsspitze & Daniel, Geierköpfe, Hochplatte & Krähe, Säuling & Tegelberg, Gehrenspitze & die Tannheimer. Dann im Süden erkennt man den Hochvogel und dahinter all die großen Lechtaler Berge. Natürlich auch die Zugspitze wie auf dem Präsentierteller! Also richtig beeindruckend, wie ich finde! Der Abstieg geht wie der Aufstieg, hier sind Stöcke ganz nützlich, da man doch immer wieder rutschige, steile Gehpassagen hat. Zurück im Wald ist aber wieder alles easy.
Ganz unten sind wir dann nochmal in der kleinen Kaminstube Thanellerkar eingekehrt für ein Bierchen in der Sonne. Ein paar Eichhörnchen kamen vorbei und sprangen über die Biertische. Gesamt waren es ca. 2:30h rauf + 2h abstieg. Mehr erfahren zur Tour: https://www.bergtour-online.de/bergtouren/bergwanderungen/mittel/thaneller/
Fazit
Eine klasse, mittelschwere Bergwanderung mit moderaten 1000hm. Der Ausblick ist gigantisch. Wir würden es allerdings das nächste Mal über den Steig versuchen, der spräche uns mehr an. Es gibt unterwegs keine Hütten zum Einkehren und der Berg ist trotzdem gut besucht.
Ja wir sind umgekehrt! Aber uns war von Anfang an klar, dass wir es nicht bis zum Gipfel des Thanellers schaffen würden, sondern maximal bis zum ersten Felsvorsprung am Bergrücken. Warum? Wir sind erst um 10:15 Uhr losgekommen und zum Nachmittag hin wurde der Schnee immer sulziger und unsicherer. Außdem haben wir nicht den richtigen Aufstiegsweg gefunden und sind einen ganz schönen Mist-Umweg gewandert...
Der Thaneller ist eigentlich eher so ein Sommerberg mit leichtem Steig und beeindurckendem Gipfelgrat, doch war die Idee es mal mit Schneeschuhen im Winter zu versuchen. Unmöglich sei das mal nicht ^^. Beni, Kathi und ich sind in der Früh noch von der Wolfratshausener Hütte runtergerodelt und dann nach Berwang gefahren. Roland und Alex kamen später dazu. Während wir warteten schätzten wir die Möglichkeiten ein und stellten fest, dass der Grat oben heikel werden könnte, je nachdem wie schmal er sei. Eigentlich hätte man für den Thaneller um 7 Uhr morgens starten müssen um guten, harten Schnee zu haben.
Wir sind vom Parkplatz losgewandert in Richtung der Skipiste und dem Winterwanderweg ein Stück bergauf gefolgt, dann über einen Schneehang bergauf und einem weiteren Weg wieder in den Wald nach links gefolgt. Allerdings war dies nicht der direkte Wanderweg, der wäre nämlich noch viel weiter oben am Hang gewesen. Dies war Fehler #2, denn dadurch haben wir locker eine Stunde verloren. Unser netter Panoramaweg führte jetzt südlich des Berges nach Westen auf gleicher Höhe. Irgendwo ganz weit hinten zweigte dann ein winziger Pfad mit Wanderschild (das einzige das wir heute sahen) zum Thaneller ab.
Dieser Aufstieg war die Hölle! Schneeschuhe mussten weg, da man immer wieder im trockenen gehen musste, dafür aber Grödel, da der sehr schmale Wanderpfad immer wieder von Schneebrettern bedeckt war. Eine Ewigkeit ging es bergauf entlang des Weges der sich immer mehr und mehr unter umgestürtzen Bäumen begraben oder von Schneefeldern bedeckt war. Oft mussten wir spekulieren wo der Weg weiterging und zum Glück gab es ab und zu auch rote Markierungen an den Bäumen. Mit Rolands GPS konnten wir sehen, dass wir dem oberen Wanderweg näher kamen. Nach 2 Stunden kreuzten wir den "normal-Weg" und entdeckten erstmals auch eine andere Spur: Schneeschuhe.
Jetzt, selbst mit Schneeschuhen folgten wir ihr und gingen steil bergauf in Richtung der oberen Waldgrenze. Doch dann wurde es noch schlimmer: Der Hang wurde immer steiler. An einer Stelle werden es locker 50° gewesen sein. Alex rutschte fast mit jedem Schritt wieder runter, nur sehr sehr müßig kamen wir langsam diese eher senkrechten Schneedecke hinauf. Nach einigen harten Höhenmetern wurde der Hang zum Glück etwas flacher. Wir versuchten uns rechts zu halten um möglichst auf dem Buckel des Berges zu wandern. Es war schon nach 13 Uhr und die Sonne brannte runter auf den Schnee. An einer Stelle merkte ich bereits eine Ruckartige Bewegung, wie ein Teppich der sich kurz verschiebt. Ich dachte mir nur "scheiße, der ganze Hang geht hier jeden Moment ab!" Wir gingen schnell runter von diesem Hang und weiter hinauf auf eine Anhöhe.
Wir waren uns einig, dass wir umkehren würden und es nicht bis zum Gipfel weiter wagen würden. Es war einfach zu spät und auch viel zu gefährlich. Je länger wir warteten desto höher die Gefahr, dass der Schneehang abgeht. Es kam uns ein Pärchen mit Hochtouren Ausrüstung entgegen, die wir vor der Schneedecke warnten, sie gingen trotzdem drüber. Wir stiegen noch hoch bis zu dem Felsen am Bergrücken, den wir schon von unten gesehen hatten. Alex und ich hockten uns oben drauf und machten Pause. Das Panorama war natürlich total geil: Die Lechtaler vor der Nase, wie z.B. Namenloser Wetterspitze, Galtjoch, usw. aber auch Zugi. Allerdings fühlte ich mich sehr unsicher, da uns ja noch der Abstieg bevor stand. Den Thaneller konnten wir in weiter Ferne auch schon sehen. Es wäre noch eine gute Stunde und 400hm auf relativ heiklen Schneegrat gewesen, viel zu gefährlich jetzt. Wäre man um 09 uhr hier oben, wäre es kein Thema aber so... definitiv nein!
Vorsichtig stiegen wir ab, verlorgen uns nicht aus den Augen aber hielten trotzdem guten Abstand um den Hang nich unnötig zu belasten. Erst mit Schneeschuhen, dann aber ohne, da man auf dem steilen Hang nicht wirklich stehen konnte. Ich war froh, als wir dann wieder im Wald waren. Jetzt folgten wir der Spur des Pärchens um zum original Wanderweg zu finden. Mittels Rolands GPS konnten wir den Normalweg auch nach einiger Zeit finden, und der ging deutlich schneller und angenehmer. Wir sahen noch eine Schneise der Zerstörung: Hunderte umgeknickte Bäume. Hier ging offenbar vor geringer Zeit eine mächtige Lawinen ab! Zurück am Parkplatz machten wir noch etwas Brotzeit an einer Alm die zur Skipiste gehörte, bevor es schließlich heim ging.
Fazit
Ich würde sagen als gut geübter Skitourengeher / Schneeschuhgeher wäre der Thaneller von Süden her definitiv drin, wenn man früh genug aufbricht, die LWS Stufe klein ist, man Lawinenausrüstung mit sich führt und natürlich den schnelleren Aufstiegsweg wählt. Die Bedingungen waren bei uns leider nicht gegeben, daher war es eher zu riskant. Doch der Berg an sich ist sehr schön! Da es aber eher ein Sommerberg ist, sollte man beim einschätzen von Lawinengefahren, gerade oben am Grat, geschult sein. Der Grat ist schmal und steil aber ich denke ganz OK. An den Rückweg denken!