Es war schon geil, man wacht nach der langen Autofahrt auf, tritt vor die Türe und sieht die perfekten Sanddünen der Sahara hinter den Palmen. Bevor unsere Camel-Tour los ging hatten wir noch eine Menge Zeit.

Quadfahren
Haben uns mal, sehr spontan, ne Quadtour gebucht. Sind im nächsten Ort einfach zu nem Anbieter und los gings. Das war vielleicht ne irre Erfahrung! Habe alles mit der GoPro gefilmt. Ein Guide fährt voraus und führte uns direkt in die Sanddünen. Unser erster Kontakt mit der Sahara! Wir mussten ihm einfach so hinterherfahren wie er fuhr.

Es war sooooo edel! Man gibt Gas und fetzt einfach die Sanddüne rauf und weiter zur Nächsten. Ein permanentes Auf und Ab mit dem Quad. Die Dinger fahren wie auf Butter über den feinkörnigen Sand. Paar Mal sind wir stecken geblieben, denn man musste schon genug Schwung holen um jede Düne raufzukommen und durfte da nicht stehen bleiben.

Vor allem bei den Kurven am Hang muss man aufpassen. Es ist nicht ungefährlich, denn wenn man zu steil einlenkt, kann das Fahrzeug kippen und sich überschlagen. Der etwas gelangweilte junge Guide führte uns auf eine besonders hohe Düne, wo wir dann Fotos machten. Wahnsinn! Weit und breit perfekte Wüste vor uns!

Das Ganze ging 1 Stunde und hat in etwa 40€ gekostet und hat sich definitiv gelohnt!
Sind dann noch etwas in der „Stadt“ rumgelaufen um bisschen shoppen zu gehen, bevor wir abgeholt wurden.
Erstes Berbercamp
Auf Merzouga Tours (http://merzouga-tours.com/camel-trekking.html#privacy-policy hatten wir eine 3-Tagestour in die Sahara mit Kamelen für 90€ gebucht. (Tip kam von Yvi). Allerdings hatte die ganze Geschichte Höhen und Tiefen für uns. Darauf gehe ich hier ein.
Ein großer Kerl empfing uns um uns etwas einzuweisen. Dieser war uns richtig unsympathisch, da er uns behandelte wie die „dummen Touristen“. Wollte uns erklären, dass es in der Wüste keinen Swimming-Pool gibt und forderte uns auf 10 Liter Wasser zu kaufen.
Dann gings los zu den Kamelen. Ganz im Süden von Merzouga startete die Tour. Von den 3 Kamelen war ein jüngeres dabei, das wie verrückt rumbrüllte. Ich bin zwar kein Experte, aber für mich sah das Tier aus als ob es völlig fertig mit der Welt war und sich eben vor Schmerz beklagte. Ob das stimmt weiß ich nicht, aber erstmal kein guter Eindruck.

Der Ritt auf dem Kamel war interessant, geht gut auf die Schenkel und man musste sich echt festhalten. Gerade, wenn es bergab ging, schaukelt man wie verrückt und muss sich abstützen. Etwas anstrengend aber eine sehr tolle Erfahrung! Unser Kameltreiber führte uns gute 30 Minuten durch die Wüste.

Wir bemerkten die 1000endne schwarzen Steine im Sand, die sich als Kamelkacke entpuppten. Mistkäfer kamen von überall und rollten die Kot-Kugeln fort. Mitten in den Dünen befand sich das Berber-Camp. Ein paar große Zelte und eine Feuerstelle waren hier aufgebaut. Im Zelt waren 3 bequeme Betten und ein Bad mit WC und Dusche. Wir wollten sofort los laufen in die Sahara und verließen das Camp direkt wieder.

Dann die Überraschung! Von einer hohen Düne konnten wir nicht nur sehen, dass alle 500m ein solches Camp war, sondern auch wie klein diese Wüste eigentlich war. Man kommt sich schon vor wie einer von 1000den Massentouristen in einer fast schon „Fake-Sahara“. Nein, es ist schon ECHT. Echter Saharasand, echte Wüste usw. Aber wir konnten sowohl im Osten, als auch im Westen die Grenze bereits sehen. Und direkt vor uns im Süden war eine Straße die über einen kleinen Berg führte. Es war perfekt auf Touristen ausgelegt.

Wir waren ein bisschen enttäuscht, da wir dachten, wir wären so richtig drin, an der Grenze einer Welt in der 1000km nichts mehr folgen würde. Satelliten Fotos verraten auch, dass es auf der Karte nur ein gelber Fleck ist. Die richtige unendliche Wüste ist dann eher in Algerien / Mali / Mauretanien. Aber da ist es halt dann auch gefährlich… interessant war, dass wir uns nur 15km entfernt von der Algerischen Grenze befanden.
Trotzdem war es herrlich hier! Der Blick nach Norden zeigte grenzenlose Saharadünen. Ich marschierte barfuß in meinem singhalesischen Dhoti entlang des feinen, scharfen Grats der Sanddünen und die anderen folgten mir in ihren Wandersachen :) Wir nahmen uns vor den größten Hügel in der Düne vor uns zu besteigen, was wir auch machten. Dort oben war die Sicht atemberaubend schön! Man sah Merzouga und das weite leere Land in allen Richtungen.


Die Farben, Formen und feinen Muster im Sand, sowie die geradezu vom Wind perfekt gewehten Linien im Sand waren inspirierend und schön. Durch den ständigen Wind sah es so aus als würden die Hänge „fließen“. Es war auch nicht zu heiß, nur ziemlich trocken eben. Die Lippen mussten ständig mit Labello behandelt werden. Also Tipp: Hautcreme und Labello mitnehmen!

Das Camp war wie verlassen. Nur ein junger Marrokaner, der kein Wort Englisch sprach saß da. Wir versuchten ihm so viel Englisch beizubringen, damit er verstand, dass wir immer noch auf unsere Taschen warteten. Nach 1 Stunde hatte es dann Klick gemacht, aber just in dem Moment, warf ein Jeep die Taschen aus dem Kofferraum.
Dann kam eine riesige Gruppe Spanier und ein paar andere Leute dazu. Ich quatschte einfach ein paar Leute an und spielte bisschen mit den kleinen Bongo-Trommeln, als mich plötzlich ein junger Marokkaner in das Küchenzelt zitierte. Ich konnte kaum glauben was dann passierte. Er schrie mich an, ich solle mich um meinen eigenen Sch*** kümmern und seine Gruppe in Ruhe lassen, ich hätte ja nichts mit denen zu tun und er sei verantwortlich und er würde mir die Polizei auf den Hals hetzen.

Da war ich erstmal baff und fragt ihn was sein Problem ist. Er wusste es nicht, und meinte einfach er würde mich hassen und ich soll mich wo anders hinsetzen. Daraufhin meinte ich, dass ich rede mit wem ich will, hab den Kopf geschüttelt und bin gegangen. Tiptop! Beste Laune. Bin dann einfach zum Sternegucken auf ne Düne, da mir jetzt die Lust zum Quatschen auch vergangen war. Der Sternenhimmel war hier super, trotz Vollmond. Ich habe mich natürlich über den Typen beschwert.
Native Berberdorf
Als wir aufwachten, waren schon alle weg, bist auf unseren Jungen Marrokaner vom Vortag. Es gab ausgewogenes Frühstück. Der zweite Ritt ging dann schon etwas länger aber abseits der Dünen auf einer Jeeppiste entlang. Mittags erreichten wir eine Art Ruine.

Die müsste das echte Berberdorf sein. Eine weite leere und graue Steppe und darauf ein paar zerstörte Lehmsiedlungen. Eine davon wurde bewohnt und bot einen Gastraum. An der Wand hingen Knochen und ein Totenschädel eines Tieres. Hier sollten wir nun bis 17 Uhr Zeit verbringen. Wir schauten uns erstmal die komplett zerstörte, alte Siedlung nebenan. Der Sand hatte sie vollständig erobert, aber man konnte noch eindrucksvoll das alte Fundament erkennen.


Zurück im Gastraum des Berberhauses warteten wir dann auf die sogenannte „Berber-Pizza“. Der Einheimische war in einem winzigen Lehmhaus und knetete den Teig. Die Fliegen waren leider eine Plage und kamen immer wieder ins Gesicht. Die Pizza war richtig lecker und machte ordentlich satt. Ein großes Fladenbrot gefüllt mit Gemüse und Käse. Das Problem war jetzt, dass wir noch immer 4 Stunden Zeit hatten.

Ich muss schon sagen, uns hier im absoluten Nirgendwo einfach so für 5 Stunden abzuladen, ist nicht gerade gut organisiert. Ich selbst hatte damit jetzt nicht so ein Problem, aber ich kann verstehen, wenn das nicht Jeder so toll findet! Man kann bisschen im Sand umherlaufen, die 2-3 Häuser angucken und das wars dann. Die anderen schliefen irgendwann einfach ein.

Ab einem Punkt habe ich die Langeweile dann akzeptiert und fand es sogar mal ganz schön, so erzwungen mal abzuschalten. Nach 2 Stunden hab ich beschlossen eine Wanderung zu machen und bin einfach in Richtung der Sanddünen marschiert. Die waren jetzt ca. 4 km weit weg. Dazwischen lag die schwarze Wüste „Merdane“ über die ich marschierte. Unterwegs tröpfelte es sogar ein wenig! Ich lief weiter in die Dünen hinein, und stellte mich irgendwo auf einen Sandhügel. Ich genoß den Augenblick dieser totalen Einsamkeit und saugte die Energie des Momentes in mir auf, bevor ich umkehrte.

Ein schöner Moment gewesen! Habe mich schon lange nicht mehr so allein und gleichzeitig so fern von Allem gefühlt. Auf dem Rückweg kam ein Orkan. Mitten in Merdane fauchte der feine Sand über den Boden. Es sah aus als ob ein gewaltiger Teppich über dem Boden schweben würde. Irre! Als ich zurückkam, ritten wir endlich weiter.
Zweites Berbercamp
Unser Kamel-Guide war wirklich ein korrekter Kerl. Er machte mit uns Witze und organisierte sogar eine Flasche Wein für uns! Mit den Kamelen ging es jetzt wieder über Merdane zu weiteren Camps an der Dünengrenze. Aber diese waren ganz anders als das gestrige! Viel einladender! Ein luxuriöses Schlafzimmer im Berberzelt, große, warme Duschen und ein ganzes Restaurant in einem Zelt.

Hier standen auch Snowboards rum zum Sandboarden. Wir probierten es direkt aber ich musste schnell feststellen, dass es nicht so gut ging wie ich es mir vorgestellt hatte. Erstmal sollte man eh nicht die Bindung verwenden, da man sich sonst schnell den Fuß brechen kann. Mehr als sich draufstellen und einen Hang runterrutschen is nicht drin. Das Brett geht nur sehr schwergängig durch den Sand. Also Kurven ziehen is da nicht drin.

Heute waren viele Chienesen und ein Japaner versammelt. Auch Amerikaner waren dabei. Man verstand sich ganz gut und traf sich auch wieder beim Sandboarden. Wir machten wieder einen Ausflug und gingen eine große Runde entlang der Dünen. Wunderschöner Abend! Nach dem Sonnenuntergang funkelten die Lichter des entfernten Merzougas und die Sterne kamen hervor. Haben ein paar tolle Nachtaufnahmen gemacht.

Dann gab es tolles Abendessen, wie immer: Tagine! Es wurden entlang des Weges lauter Kerzen angezündet und ein Lagerfeuer entfacht. Hier spielten die jungen Guides mit den Trommeln und machten tolle Musik! Die Leute fingen an ums Feuer zu tanzen. Ich teilte mit Matthias den Rotwein und wir genossen die schöne Stimmung. Das Camp war echt um ein Vielfaches besser als das letzte und der Abend wesentlich schöner!


Es müsste das „Sahara luxury Camp“ gewesen sein. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück folgte die letzte und langr Ritt mitten durch die Dünen bis nach Merzouga zurück. Das ging dann auch eine gute Stunde bis wir da waren. Es gab dann noch ein Abschiedsfoto mit Kamel, bevor wir weiterfuhren nach Fès!